Silvia Schäfer 2

Der erste Wunschzettel

(Motive z. B. Puppe, Buch, Eisenbahn …)

Fr. Burgmaier:   Schaut mal, was ich hier habe. Könnt ihr Euch denken, was das ist?

Ramona:           Das ist eine Tapetenrolle!

Magdalena:       Vielleicht ist da was draufgemalt.

Cornelius:         Oder draufgeschrieben.

Fr. Burgmaier:   Was könnte denn da zu sehen sein?

Isabell:             Viele Spielsachen!

Melina:             Ein Teller mit Süßigkeiten!

Fiona:               Klamotten!

Sandra:            Vielleicht stehen da Weihnachtswünsche drauf.

Fr. Burgmaier:   Richtig, es ist ein Wunschzettel. Wir wollen mal sehen, was auf dem

                        Ersten Wunschzettel steht.

(Rolle wird aufgerollt, Kinder raten gemalte Gegenstände)

Was meint Ihr, wer den Wunschzettel gemalt hat?

Elena:              Den Wunschzettel hat bestimmt ein Kind gemalt.

Fr. Burgmaier:   Von wem ist der Wunschzettel hier?

Kinder 1-3:        Von uns!!!

Fr. Burgmaier:   Da steht aber eine Menge drauf, auf eurem Wunschzettel!

Kind 1:             Das ist noch nicht alles!

Fr. Burgmaier:   Wie bitte?

Kind 2:             Nein, ich wünsche mir noch ein Rennrad.

Kind 3:             Ich eine CD.

Kind 1:             Schlittschuhe.

Fr. Burgmaier:   Und ihr meint, dass euch alle Wünsche erfüllt werden?

Kind 2:             Alle nicht.

Kind 3:             Aber die meisten schon!

Fr. Burgmaier:   Na, wenn man eure Geschenke alle zusammenpacken würde, müsste

                        man aber eine Riesenkiste haben!

(großer Karton, eingepackt in Geschenkpapier, wird gebracht)

So eine vielleicht.

(nickt) Hm, die ist gut. Aber ob die wirklich groß genug ist? Meine Güte,

                        sind das Geschenke!

(Karton wird auf den Tisch gestellt, Kinder setzen sich an den Tisch.)

Der zweite Wunschzettel

(Motive: Bett, Feuer, Zimmer)

Fr. Burgmaier:   Sehen wir uns jetzt den zweiten Wunschzettel an.

(Rolle wird aufgerollt)

Käthe:              Ein Bett!!! Wer wünscht sich denn heute ein Bett??? So etwas hat doch jeder!

Cornelius:         Arme Menschen haben manchmal kein Bett. Oder sie müssen sich eines teilen.

Ramona:           Straßenkinder und Bettler haben auch kein Bett!

Fr. Burgmaier:   Stimmt! Manche Menschen sind so arm, dass sie kein Bett haben! Sie

                        müssen auf der Erde schlafen. Oder sonst irgendwo. – Mal sehen, was jetzt

                        kommt!

(Rolle wird weiter aufgerollt)

Ein Feuer? Das ist aber ein seltsamer Wunsch! Wer könnte sich denn so

                        etwas wünschen?

Saskia:             Jemand, dem kalt ist.

Fiona:               Menschen, die draußen schlafen.

Miriam:             Eskimos.

Fr. Burgmaier:   Ach so, ihr meint jemand der friert. Ja, der freut sich bestimmt, wenn er ein

                        Feuer anzünden und sich wärmen kann.

(Rolle wird weiter aufgerollt)

Fr. Burgmaier:   Ein Zimmer! Das hat doch eigentlich auch jeder, denke ich. Nein, nicht

jeder, fällt mir gerade ein. Ich habe neulich gehört, in manchen Ländern wohnen Menschen in einer Wellblechhütte, in einer Betonröhre, in einem Bretterschuppen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich ein Zimmer wünschen. –          

Von wem ist der Wunschzettel hier?

Maria u. Josef:  Von uns!!!

Fr. Burgmaier:   Ach, ihr!

(zu Kindern) Wisst ihr, wer das ist?

Alle Kinder:       Ja, Maria und Josef!

Fr. Burgmaier:   An euch habe ich noch gar nicht gedacht. Aber ihr gehört wirklich zur

                        Weihnachtsgeschichte dazu!

(Maria und Josef kommen nach vorne)

Sprecher:          Es begab sich aber zu der Zeit0, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus

                        ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die

                        allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und                                  jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte

                        sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land

                        zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte

                        Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe;

                        die war schwanger.

Maria:               Was wir uns wünschen, das ist doch klar – nach solch einem Weg, von Nazareth

                        hierher!

Josef:               Wenn man so lange unterwegs ist, dann will man endlich ankommen in Bethlehem.

Maria:               Ein Zimmer, indem wir wohnen können – das wäre ein richtiges Geschenk!

Josef:               Wo es warm ist.

Maria:               Wo ein Bett steht, in dem wir uns ausruhen können.

Josef:               Wo unser Kind gesund geboren werden kann.

Sprecher:          Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar

                        ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe;

                        denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

(Maria und Josef setzen sich)

Lied:                „ Zu Bethlehem geboren“

Der dritte Wunschzettel

(Motiv: 2 Freunde, fröhliches Gesicht)

Fr. Burgmaier:   Jetzt bin ich auf den dritten Wunschzettel gespannt!

(Rolle wird aufgerollt, Kinder raten)

                        Was für ein Wunsch mag das sein?

Miriam:             Zwei Menschen.

Cornelius:         Das könnten Freunde sein.

Fr. Burgmaier:   Wer könnte sich denn so etwas wünschen?

Elena:              Ein Einzelkind.

Fr. Burgmaier:   Ich glaube, das wünscht sich jemand, der nicht allein sein möchte,

                        jemand der z. B. einen Freund braucht mit dem er reden oder etwas

                        unternehmen kann. Schauen wir uns den Wunschzettel mal weiter an.

(Rolle wird weiter aufgerollt)

Nanu, was ist das denn? Ein fröhliches Gesicht? Wer wünscht sich denn so

                        etwas?

Sandra:            Leute, die traurig sind.

Käthe:              Alte Leute.

Fr. Burgmaier:   Vielleicht jemand der Ärger oder Angst hat? So geht es ja vielen Menschen.

                        Von wem ist der Wunschzettel hier?

Hirten 1-4:         Von uns!!!

Sprecher:          Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde die den Hürden,

                        die hüteten des Nachts ihre Herde.

Fr. Burgmaier:   Wisst ihr, wer das ist? Ja, die Hirten natürlich.

(Hirten kommen nach vorne)

Hirte1:              Was wir uns wünschen, das ist doch klar – bei unserem Beruf

Hirte 2:             Das das Wetter nicht schlecht wird. Draußen auf dem Feld ist es kalt.

Hirte 3:             Das nicht so viele Wölfe kommen.

Hirte 4:             Etwas mehr Geld wäre auch schön; wir werden schlecht bezahlt.

Hirte 1:             Aber ich glaube, das sind unerfüllbare Wünsche.

Hirte 2:             Ich wünschte mir, wir hätten weniger Ärger, damit wir mehr zum Lachen haben.

Hirte 1:             Ich wünschte mir, einer würde uns gernhaben.

Hirte 2:             Einer, der zu uns käme – einer der freundlich mit uns reden würde – einer der zu

                        Uns sagen würde: „Kommt herein!  Schön, das ihr da seid! Wir gehören zusammen!“

Hirte 3:             So einer, der wäre ein richtiges Geschenk für uns!

Sprecher:          Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie;

                        und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel des Herrn sprach zu ihnen:

Engel:                          Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der

                                   Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Sprecher:          Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Lied:                „Ehr sei Gott in der Höhe“

Der Weg zur Krippe

Sprecher:          Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

Hirte 4:                         Habt ihr das gehört? Da hat einer freundlich mit uns geredet!

Hirte 1:             Der Heiland ist geboren – hat er gesagt! Für uns – hat er gesagt! Ist das ein Geschenk!

Hirte 2:             Und wir sollen hingehen! Ausgerechnet wir!

Hirte 3:             Kommt, wir zünden unsere Laternen an und gehen los.

Hirte 4:             (zu Kindern) Ihr könnt alle mitkommen, wenn ihr wollt!

(Hirten gehen durch den Mittelgang nach hinten und durch den Seitengang wieder nach vorne)

Lied:                „Kommet ihr Hirten“

Gespräch an der Krippe

Sprecher:          Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Maria:               Unser Kind ist geboren, Gott sei Dank! Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Josef:               Doch sonst hatten wir es uns anders vorgestellt.

Maria:               Wir haben uns ein Bett gewünscht – uns hier gibt es nur Heu und Stroh und eine Krippe.

Josef:               Wir haben uns ein Zimmer gewünscht, in einem Haus – und jetzt sind wir in einem Stall.

Maria:               Solch ein Zimmer wäre das wichtigste Geschenk haben wir gedacht.

Josef:               Aber ich glaube, das ist jetzt gar nicht mehr so wichtig. Dies Kind hier ist das wichtigste Geschenk.

Kind 1:             Das ist aber ein seltsames Geschenk!

Kind 2:             Ein Kind ist doch kein Geschenk!

Kind 3:             (zeigt auf Geschenkkiste)Das da, das ist ein richtiges Geschenk!

Hirte 1:             Für mich ist das Kind in der Krippe ein Geschenk. Die meisten Leute wollen uns nicht in ihrer Nähe haben, aber hier dürfen wir sein, ganz nah bei diesem Kind.

Hirte 2:             Oft reden die Leute nicht gut von uns. Oder sie schimpfen mit uns. Zu diesem Kind sind wir freundlich eingeladen.

Hirte 3:             Sonst haben wir viel Ärger! Hier an der Krippe können wir lachen. Über dieses Kind können wir uns freuen.

Hirte 4:             Ist das nicht ein Geschenk?

Hirte 1:             Und wartet nur ab, bis dieses Kind groß wird!

Hirte 2:             Was er dann wohl tun wird? Für die Kranken – für die Kinder – für die, die etwas Böses getan haben?

Hirte 3:             Jesus ist das Weihnachtsgeschenk Gottes!

Hirte 4:             Für uns. Und für die anderen Menschen auch.

Lied:                „Lobt Gott, ihr Christen“

Der Weg zurück

Sprecher:          Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Hirte 1:             (steht auf) Kommt, wir gehen wieder!

Hirte 2:             (steht auf)  Wir müssen den anderen von diesem Kind erzählen.

Hirte 3:             Ja, gehen wir!

Hirte 4:             (zu Kindern) Kommt ihr mit?        

(Hirten und Kinder gehen zurück auf ihre Plätze)

Lied:                „Geht, ruft es von den Bergen“

Der vierte Wunschzettel

Einer:               (nimmt 4. Rolle vom Altar, kommt damit angelaufen) Halt!!!

Fr. Burgmaier:   Was ist denn?

Einer:               Da ist noch ein Wunschzettel!

Fr. Burgmaier:   Wo hat der denn gelegen?

Einer:               Vorne, auf dem Altar.

Fr. Burgmaier:   Und von wem ist der?

Einer:               (zuckt mit den Achseln) Weiß ich nicht.

Fr. Burgmaier:   Wir sehen mal was draufsteht: Liest du vor.

Einer:               (liest) Gott hat uns so sehr geliebt, daß er uns seinen Sohn geschenkt hat. Deshalb sollen auch wir einander lieben und beschenken.

Kind 1:             (holt ein Päckchen aus der Geschenkkiste) Ich hab was zu verschenken! Ich kann etwas von mir abgeben! Und ich weiß schon, wer sich darüber freut! (läuft weg)

Fr. Burgmaier:   Da steht noch etwas auf dem Wunschzettel.

Einer:               Gott ist euch ganz nahe gekommen. Deshalb sollt ihr euch auch nahe kommen! Sorgt dafür, dass alle Menschen eure Freundlichkeit erfahren!

Kind 2:             Ich weiß, was ich tue: Ich besuche jemand!

Kind 3:             Au ja, ich gehe mit. (laufen weg)

Fr. Burgmaier:   Was meint ihr, von wem dieser Wunschzettel ist? Ich will es euch sagen. Den habe ich geschrieben. Aber ich habe dabei an Sätze aus der Bibel gedacht. Und ich bin sicher: Wenn Jesus uns einen Wunschzettel schriebe, würde er etwas ganz ähnliches schreiben.

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