{"id":514,"date":"2021-01-12T15:52:29","date_gmt":"2021-01-12T14:52:29","guid":{"rendered":"http:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/?page_id=514"},"modified":"2021-01-12T18:30:20","modified_gmt":"2021-01-12T17:30:20","slug":"dietmar-hauser-14","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/?page_id=514","title":{"rendered":"Dietmar Hauser 14"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Seligenthal 2015<\/h2>\n\n\n\n<p>Erz\u00e4hler: In einer Zeit, in der der Glaube und der Name Gottes tausendfach missbraucht wird, indem man ihn f\u00fcr Krieg, Terror und Zerst\u00f6rung benutzt, kommen uns die alten heiligen Geschichten der Bibel wieder viel n\u00e4her. Die heutige grenzenlose Aufregung der Menschen und ihre fast apokalyptische Angst vor dem, was kommen k\u00f6nnte, begegnet uns schon in der Geschichte, die vor knapp 2000 Jahren aufgeschrieben wurde. Und wir verstehen, dass die Botschaft von Weihnachten viel mehr als eine bequeme und romantische Geschichte ist. Viele Dinge waren damals wie heute. Es waren aufregende Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zelot: Ihr Leute, was ist mit euch los. Merkt ihr nicht, wie das Unheil sich breitmacht und wie eine Schlange ist und die euch alle verschlingen wird. Ihr merkt es nicht einmal, wenn sie mitten unter euch ist. Ihr gebt ihr sogar noch Nahrung, bis sie euch verschlingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6rer 1: Ich finde auch, der Unglaube wird immer gr\u00f6\u00dfer. Keiner richtet sich mehr nach dem, was er von seinen V\u00e4tern gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Zelot: Ich wei\u00df auch woran es liegt. Jeder sucht nur noch eines, wie er seine Ruhe haben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6rer 1: Mein Vater hat mir erz\u00e4hlt, wie stark fr\u00fcher der Zusammenhalt war. Heute sind sie alle angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zelot: Und ich sage Dir. Herodes verkauft uns an die R\u00f6mer und die machen mit uns, was sie wollen. Sie stellen sogar ihre Standarten in unseren Tempel.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6rer 2: Deswegen traue ich keinem mehr. Auch den Priestern nicht. Ich finde man muss seinen Glauben streng leben. Ich habe mich entschieden. Ich lebe in der Bruderschaft und ziehe mich aus dieser Welt zur\u00fcck. Ich will nichts, aber auch gar nichts mehr damit zu tun haben. Dort ist ein anderes Leben. Da wirst du ernst genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zelot: Wie kannst Du den Ungl\u00e4ubigen das Feld \u00fcberlassen. Du musst f\u00fcr Gott k\u00e4mpfen. Du musst Mut zeigen und darfst dich nicht zur\u00fcckziehen. Du musst der Schlange den Kopf abschlagen. Dazu bist du berufen. Das ist deine Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6rer 2: Du kannst doch sowieso nichts machen. Das muss Gott geben. Und er gibt es uns nur, wenn wir alles, was Mose gesagt hat einhalten. Jedes Gebot. Wenn es alle einhalten, dann kommt der Messias, der uns erl\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Zelot: Ihr versteht es nicht. Unsere Welt braucht Menschen, die den Ernst der Stunde erkennen. Er braucht keine Weicheier, keine Leute, die blind und taub sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6rer 2: Genau deswegen lebe ich das und verlasse diese ungl\u00e4ubige Welt und lebe mit den wirklichen Br\u00fcdern ein ganz anderes Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Wof\u00fcr der Name Gottes herhalten muss ist unglaublich. F\u00fcr den einen ist es der R\u00fcckzug aus der Welt und von den Menschen. F\u00fcr den anderen ist er scheinbar der Grund, Aufst\u00e4nde zu organisieren und Blut zu vergie\u00dfen. Die sich dabei auf den Glauben und auf die heiligen Schriften berufen, kennen sie meist gar nicht. Die Botschaft der Propheten, die Barmherzigkeit und N\u00e4chstenliebe fordern, ist l\u00e4ngst vergessen, weil jeder das tut, was f\u00fcr ihn von Vorteil zu sein scheint. Man k\u00f6nnte denken, dass Gott nicht mehr da ist in dieser Zeit. Er ist da, aber in ganz anderen Dimensionen zu denken. Was geschieht, kn\u00fcpft nicht an die Aufgeregtheit der Menschen an und erw\u00e4chst nicht aus der scheinbaren Tapferkeit von militanten jungen M\u00e4nnern, sondern hat eine ganz andere Logik. Statt des Endes kommt ein Neubeginn. Statt der Strafe kommt der, der Menschen zur\u00fcckbringen kann zu dem, was wirkliche St\u00e4rke bedeutet. Deswegen beginnt in der Weihnachtsgeschichte alles mit einer sehr jungen Frau in Nazareth, die ein inneres Erlebnis hat. Sie war verlobt. Als sie im Gebet versunken war, wurde sie angesprochen.<br>Engel: Ich gr\u00fc\u00dfe Dich. Gott hat Dir seine Gnade geschenkt. Der Herr sei mit Dir.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria (erschrocken): Was bedeutet dieser Gru\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p>Engel: Du sollst keine Angst haben, Maria. Du bist durch Gottes Gnade auserw\u00e4hlt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus geben&nbsp; \u2013 der Retter. Er wird von den Menschen verehrt werden und man wird ihn Sohn des H\u00f6chsten nennen. Er wird ihm Macht geben wie seinem Vorfahren David. Seine Herrschaft \u00fcber die Nachkommen Jakobs wird nicht vergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Wie kann das sein, denn mit Joseph bin ich nicht wirklich zusammen gewesen?<\/p>\n\n\n\n<p>Engel: Gottes Geist, der im Menschen wohnt und wirkt, wird dieses Wunder in Dir bewirken. Deswegen wird das Kind, das du erwartest heilig sein und Gottes Sohn genannt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und siehe, deine Verwandte Elisabeth erwartet trotz ihres hohen Alters ein Kind, obwohl es hie\u00df, sie bekomme keine Kinder mehr. Was Gott sagt, macht er wahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Sieh doch, ich diene dem Herrn. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Im Matth\u00e4usevangelium wird uns erz\u00e4hlt, dass es vielleicht zeitgleich ganz weit entfernt ein paar Leute gab, die ein besonderes Himmelsph\u00e4nomen beobachteten. Heute w\u00fcrden wir sagen es sind Wissenschaftler. Man kannte das Ph\u00e4nomen am Himmel schon und erwartete es voller Spannung. Wir vermuten, es h\u00e4ngt mit einer gro\u00dfen Sternkonjunktion 7 vor unserer Zeitrechnung zusammen, bei der Jupiter und Saturn 3 Mal hintereinander so eng zusammenkommen, dass es mit blo\u00dfen Auge fast wie ein Stern aussehen. Zudem lag dieses Himmelsschauspiel im Sternbild der Fische.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Heute ist ein klarer Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Solche Tage liebe ich. So m\u00fcsste man jeden Tag die Sterne sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ich finde es gro\u00dfartig, wie sich am Himmel alles bewegt. Wer kann das nur alles in Bewegung halten. Tausende und abertausende Sterne. Wie weit m\u00f6gen sie weg sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: ich sage Euch, ich bin ich froh, dass ich hier sein kann. Zu Hause hatte ich nur \u00c4rger. \u00c4rger mit der Frau und dann mit den Kindern. Die Handwerker haben sich beschwert, weil ich die Rechnung noch nicht bezahlen konnte. Hier finde ich meinen Frieden wieder. Hier geht alles seinen geordneten Gang. Es gibt kaum \u00dcberraschungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Du stellst dich aber auch an. Schreib f\u00fcr jemanden einfach ein drastisches, aber gutes Horoskop. Dann bezahlen die Leute doch.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ob es dann alles so kommt? Die G\u00f6ttlichen Sterne sehe ich ja.&nbsp; Aber was das bedeutet, da bin ich mir nicht so sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Ich habe mal unsere alten Briefe herausgesucht. Es gibt etwas ganz Besonderes. Es ist schon Jahrhunderte her, da man hat es vorausgesagt: Jupiter und Saturn gehen aufeinander zu und werden zu einem Stern.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Welches Sternbild?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Sternbild der Fische.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Was sagt ihr da? Sternbild der Fische?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Jupiter ist der Stern des h\u00f6chsten Gottes, Saturn der Stern der Juden und dann noch im westlichen Teil des Sternbildes der Fische \u2013 das steht f\u00fcr Pal\u00e4stina\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Das glaube ich nicht. Das gerade in unserer Zeit. Das ist das Zeichen des Himmels.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Hat das schon jemand vor uns entdeckt auf den anderen T\u00fcrmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ich hoffe nicht. Wir m\u00fcssen gleich aufbrechen und dorthin gehen, bevor andere draufkommen und dann schon vor uns da sind. Ich glaube es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Los, lasst uns Kamele kaufen. Kostbare Geschenke, damit man sich an uns erinnert. Und Proviant f\u00fcr \u00fcber tausend Kilometer, wir werden die ersten sein.\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Wenn sie zum Kind finden sollten, so mussten sie etwa um diese Zeit losgezogen sein. In der vagen Hoffnung, dass sie zum Ziel kommen. Aber auch ansonsten war eine verr\u00fcckte Sache. Und ehrlich gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass es klappen k\u00f6nnte, war gering. Auch in Nazareth war es alles andere als klar, wie es weitergeht. Denn es schien erst mal alles dazwischen zu kommen, was dazwischenkommen kann. Schon an Joseph schien es zu scheitern. Er hat mitbekommen, dass sie schwanger ist. Joseph h\u00e4tte ihr beistehen k\u00f6nnen. Er war ein frommer junger Mann, aber ohne jegliches Aufsehen, wollte er sich von Maria trennen. Sein Entschluss stand fest. F\u00fcr Maria war es eine brenzliche Situation ohne ihn. Die Eltern ansprechen konnte sie nicht. Wem sollte sie es sagen, denn sie w\u00e4re sofort von allen verdammt worden. Also entschlie\u00dft sie sich zu Elisabeth zu gehen, die als \u00e4ltere Frau schon im sechsten Monat schwanger war. Dass sie sich v\u00f6llig zur\u00fcckgezogen hatte, kann man verstehen, denn es m\u00f6gen sich so viele Leute dar\u00fcber lustig gemacht haben, dass sie als \u00e4ltere frau ihr erstes Kind bekam. Und ihr Mann war auch keine gro\u00dfe Hilfe. Er hatte die Sprache verloren, als sie schwanger wurde. In die selbstverordnete Ruhe kam die junge Frau aus Nazareth.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Elisabeth. Habe ich dich lange nicht gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth: Ach, sieh mich an! Ich bin schon im 6. Monat schwanger.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ich bin auch schwanger und stehe ganz alleine da. Wem sollte ich mich anvertrauen? Joseph meidet mich, obwohl wir zusammen sind. Von meiner Familie will ich nicht reden.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth: Bleibe erst einmal ruhig. Dazu gibt uns Gott Verwandte oder Freunde, damit man Zuflucht findet. Und wenn es darum geht, dass die Leute einem das Leben schwermachen, dann k\u00f6nnte ich eine Menge erz\u00e4hlen. Sie waren sprachlos, als ich schwanger wurde. Ich habe viele Meinungen geh\u00f6rt, die frech und dumm waren. Aber was interessiert es. Ein Leben lang habe ich gehofft und mich schon resigniert damit abgefunden, dass ich kein Kind gro\u00dfziehen werde. Jetzt ist mein Leben ganz anders. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich wieder richtig lebe. Ich habe mich erst einmal zur\u00fcckgezogen. Zacharias, mein Mann macht Dienst am Tempel. Und f\u00fcr mich gibt es nichts Besseres als Deinen Besuch. Dich hat Gott geschickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Man hat es mir gesagt, dass Du guter Hoffnung bist.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth: Siehst du es? Das Kind bewegt sich in meinem Bauch vor Freude. Es will gar nicht zur Ruhe kommen. Es ist dein Besuch. Du bist gesegnet von Gott und dein Kind wird es auch werden. Du kannst gl\u00fccklich sein, weil du den Glauben und die Hoffnung nicht aufgegeben hast.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ich war bedr\u00fcckt, aber jetzt bei Dir bin ich voller Freude. Auch wenn ich nur eine unbedeutende Frau bin, so hat Gott sich mir zugewandt. K\u00fcnftige Generationen werden noch von mir reden. Denn Gott wird seine Barmherzigkeit denen schenken, die ihn ehren und vertrauen. Er wird die \u00dcberheblichen hinwegfegen. Er st\u00fcrzt Machthaber vom Thron und hebt die Unbedeutenden empor. Er wird den Hungernden die H\u00e4nde f\u00fcllen, aber die Reichen mit leeren H\u00e4nden fortschicken. Er erinnert sich an seine Barmherzigkeit und kommt seinem Diener Israel zu Hilfe.<br>Sprecher: Maria blieb knapp drei Monate bei Elisabeth und kehrte wieder voller Mut nach Hause zur\u00fcck. Elisabeth bekam ihr Kind und erlebte, dass sich nun ihre Nachbarn und Freunde mitfreuten. Sie nannten ihr Kind nicht nach dem Vater, sondern gaben ihm den Namen Johannes \u2013 Gott ist Gn\u00e4dig. Es sprach sich im ganzen jud\u00e4ischen Bergland herum und man war gespannt, was aus ihm einmal werden w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Maria. Ich bin froh, dich nach drei Monaten wieder zu sehen. Wo warst Du?<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ich war bei meiner Verwandten Elisabeth und sie hat mir den Beistand gew\u00e4hrt, den ich brauchte und den ich hier nicht gefunden habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Ich wollte es mir einfach machen und einfach keine Verantwortung \u00fcbernehmen. Es hat mir aber keine Ruhe gelassen und mich bis in die N\u00e4chte verfolgt. Mir ist klargeworden, dass ich Dich begleiten und aufnehmen m\u00f6chte. Komm zu mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Gut, so f\u00fcgt sich alles. Du kannst dir nicht vorstellen, welche Last du mir abnimmst. Aber ich h\u00e4tte es auch so durchgestanden. So ist es leichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Gut so. Bleib hier bei mir in Nazareth<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Um diese Zeit waren die Weisen auch schon weit vorangekommen. Aber auch bei ihnen lief nicht alles nach Plan. So weise sie waren, so wenig hatten sie Bezug zur Wirklichkeit, der sie nun aber nicht mehr aus dem Weg gehen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1 (Von Kindern umringt): Also, jetzt reicht es aber mal. Wir haben noch nicht mal die H\u00e4lfte der Strecke und wir haben kein Kleingeld mehr, fast keine getrockneten Datteln und auch unsere Paradies\u00e4pfel sind aufgebraucht. Wir k\u00f6nnen nicht die ganze Welt versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 1: Ich habe aber auf Deinem Kamel einiges gesehen, was da liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 2: Da sind Geschenke\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Kann ich ehrlich zu dir sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 1: Aber klar<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 2: Ich verrate Dich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Das sind Geschenke f\u00fcr ein besonderes Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 1: Es ist ganz arm und du bist der Onkel?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Nein, es ist ein K\u00f6nigskind. Wenn es sp\u00e4ter auf dem Thron sitzt, dann soll es sich an uns erinnern. Man wei\u00df ja nie, wie sich die Dinge entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 2: Dann lebt es in einem gro\u00dfen Palast und hat viele Diener, Geschenke ohne Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Na wo denn sonst. Es ist von Gott gesegnet. Wahrscheinlich sind unsere Geschenke viel zu klein, als dass man sich sp\u00e4ter noch daran erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Lasst uns jetzt gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Ich kann das fast nicht mehr ertragen. Fl\u00fcchtlingskinder. Dann die Auss\u00e4tzigen, die nach Hilfe rufen. Hast du den Lahmen gesehen? Die Auss\u00e4tzigen. Elend \u00fcber Elend. Ich frage mich, was die tun, die hier das Sagen haben. Ich freue mich auf den gro\u00dfen Palast, bei dem ich endlich diese Zust\u00e4nde vergessen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind 1: Und vergesst nicht, das K\u00f6nigskind von uns zu gr\u00fc\u00dfen. Vielleicht denkt es dann auch an uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Es wird so um diese Zeit gewesen sein. Die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung war aufgebracht. Der r\u00f6mische Kaiser Augustus hatte das erfunden, was uns bis heute extrem nervt: die pers\u00f6nlich berechneten Steuern. Und damit von den kleinen Leuten niemand zu wenig bezahlt oder gar jemand \u00fcbersehen wurde, wurde die Steuersch\u00e4tzung im Heimatort vorgenommen. Bei den Juden kein Problem, denn bei ihnen wurde sorgf\u00e4ltig auf die Abstammung geachtet. Joseph war in direkter Linie ein Nachkomme des K\u00f6nigs David. Und der stammte aus der kleinen Stadt in der N\u00e4he von Jerusalem Bethlehem.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausrufer: Leute h\u00f6rt. Seine Majest\u00e4t \u2013 der erhabene Imperator Augustus \u2013 hat beschlossen, dass im ganzen r\u00f6mischen Reich eine Volksz\u00e4hlung und Steuersch\u00e4tzung durchgef\u00fchrt wird. Dazu muss jeder Mann sich in seiner Heimatstadt in die Steuerlisten eintragen lassen. Der Landpfleger Quirinius hat verf\u00fcgt, dass es jeder tut.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph:&nbsp; Das sind bei mir f\u00fcnf Tagereisen. Hin und zur\u00fcck, bis die Beamten alles eingetragen haben k\u00f6nnen es mehr als 2 oder 3 Wochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ich bleibe nicht allein hier. Ohne dich geht es nicht. Und die Geburt ist nicht mehr lange hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Ob Du es schaffst? Du bist hoch schwanger.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Vielleicht hat alles seinen Sinn. Ich gehe mit in deine Geburtsstadt. Wir k\u00f6nnen aber nicht mehr lange warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: An sich w\u00e4re die Reise nicht so schwer. F\u00fcr Maria war sie es schon. Vielleicht hat mancher, der sie getroffen hat, den Kopf gesch\u00fcttelt, wie man im 9. Monat so etwas auf sich nehmen kann. So wie wir das heute empfinden, wenn wir die Fl\u00fcchtlinge sehen. Aber Maria konnte nicht bleiben. Es schien ihr sicherer zu sein, wenn Joseph an ihrer Seite blieb. Und so gingen sie los.&nbsp; &nbsp;Etwa nach f\u00fcnf Tagen werden sie in der N\u00e4he von Jerusalem gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Dort hinten ist Jerusalem. Siehst du es? Dort ist so vieles aus Gold. Ein Traum von einer Stadt. Vor allem der Tempel und der Palast des Herodes. Mein Ahne David hat die Stadt angefangen zu bauen. Der Tempel war damals noch viel kleiner.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Und was hat es David gebracht, dass er reich wurde. Er hat gelernt sich selbst zu h\u00fcten und nicht mehr die Schafe, die ihm anvertraut waren. Du siehst den Reichtum und die Macht. Sie macht unempfindsam f\u00fcr die Not der Menschen. Es ist wie heute. H\u00e4lt einer an, wenn ich mich den Weg langqu\u00e4le? Eher schauen sie weg. Wenn ich es nicht besser w\u00fcsste, m\u00fcsste ich denken, mein Leben w\u00e4re nichts wert und Gott w\u00fcrde mich strafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Es sind nur noch ein paar Kilometer von hier. Aber wer wei\u00df, ob sie uns in diesem Zustand nach Jerusalem hereingelassen h\u00e4tten. Wir geh\u00f6ren nicht zu den Sadduz\u00e4ern und Priestern oder k\u00f6nnten eine teure Herberge bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Lass uns gehen, damit wir ankommen solange ich noch laufen kann. Meine Beine tragen mich fast nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Komm. Es geht bergauf, aber jeder Schritt bringt uns dem Ziel n\u00e4her.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: F\u00fcr Joseph und Maria war der Weg nun nicht mehr weit. Ein paar Kilometer. &nbsp;Bethlehem war f\u00fcr die Juden ein wichtiger Ort, denn Rahel, die Lieblingsfrau des Joseph hatte hier ihr Grab, der K\u00f6nig David stammte aus einer Hirtenfamilie des Ortes und vor allem der Prophet Sacharja hatte die Geburt des Messias in Bethlehem vorhergesagt. Bethlehem war ganz un\u00fcbersichtlich, weil die H\u00e4user auf dem Berg eng beieinanderstanden. Nichts war geplant, sondern alles war durcheinander gebaut.&nbsp; Die Soldaten des Herodes gingen nicht gern hierher, weil es zu eng und gef\u00e4hrlich schien. Am Abend werden Maria und Joseph angekommen sein. Es war noch l\u00e4ngst keine Ruhe in Bethlehem, denn es gab unz\u00e4hlige Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Also, ihr seid auch schon wieder Leute, die nicht von hier stammen. Wisst Ihr eigentlich, wie ihr uns nervt? Dort hinten, nicht mal eine Tagesreise weit ist Jerusalem. Dort k\u00f6nnen sie sie solches Pack wie euch aufnehmen. Nur dort lassen sie Euch nicht rein, weil ihr nicht genug Geld habt. Und weil sie sich die Leute aussuchen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir alles Pack nehmen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Ich bin doch kein Fremder. H\u00e4tte ich in diesem Land etwas zu sagen, w\u00e4ren wir nicht hierhergekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Jetzt sagt blo\u00df nicht, ihr seid von hier? Ich h\u00f6re schon an eurer Sprache und sehe es euch an, dass das nicht stimmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Und au\u00dferdem. Wie kann man sich in solchem Zustand auf eine so gef\u00e4hrliche Reise machen? Da w\u00e4re ich sch\u00f6n zu Hause geblieben. Was da alles passieren kann. Wenn die wehen eingesetzt h\u00e4tten, was w\u00e4re denn dann gewesen. Sie h\u00e4tte sterben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Ihr redet so, als h\u00e4tten wir es so gewollt. Wenn wir nicht gegangen w\u00e4ren, w\u00e4re unser Leben auch in Gefahr gewesen. Wer fragt denn nach den Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Trotzdem finde ich es fahrl\u00e4ssig und asozial. Jetzt sagt blo\u00df noch, dass ihr ein Quartier braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Es wohnt entfernte Verwandtschaft von mir hier. Aber ich wei\u00df nicht wo sie wohnen. Wir sind aus dem Stamm Isais, Nachkommen von K\u00f6nig David.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Klasse, da berufen sich hier in Bethlehem alle darauf. Wenn du jetzt noch sagst, dass du wie unser Stammvater Joseph hei\u00dft, lache ich mich kaputt.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: So ist es. Wir suchen ein Quartier, denn wir m\u00fcssen uns in die Listen eintragen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Dann bleibt ihr nicht mal nur eine Nacht. Das ist zu viel verlangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Lass es. Mit denen ist nicht zu reden. Mir geht es nicht gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Kind: Meine Mutti hat mir verboten mit Fremden zu reden. Sie hat Angst vor ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Du brauchst keine Angst zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau: Wir haben alle Angst. Man wei\u00df ja nie, was kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph: Ihr habt doch auch von Mose gelernt: \u201eDarum sollt auch ihr die Fremden lieben. Ihr habt ja selbst in \u00c4gypten als Fremde gelebt.\u201c Wir sind noch nicht einmal wirklich fremde, sondern Verwandte.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Das bringt nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Ins Haus und in unseren Schlafraum k\u00f6nnen wir euch nicht holen. Miriam, bringe sie in den Stall\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: Es ist ein Ros entsprungen<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: als sie nun dort waren, kam die Zeit der Geburt. Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Futterkrippe.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: Stille Nacht<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Die Weisen aus dem Morgenland zogen weiter und so langsam machte sich in ihnen Freude breit. Vorfreude auf ein gro\u00dfes Spektakel. Und vor allem der Gedanke, endlich der bedr\u00fcckenden Not der Leute zu entkommen, lie\u00df sie alle Strapazen ohne Klage auf sich nehmen und jeden Morgen weiter zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Sieh dort: Jerusalem: Jerusalem gl\u00e4nzt in der Sonne. Das Gold am Tempel! Selbst aus dieser Entfernung sieht man, dass auch die Bl\u00e4tter an den S\u00e4ulen aus Gold sind. Was f\u00fcr ein Gegensatz zu dem, was wir bisher gesehen haben. Hier kann ich dann gut aushalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Der Palast des Herodes. Er hat sogar dem r\u00f6mischen Kaiser mit viel Geld ausgeholfen f\u00fcr die olympischen Spiele. Das hat man sogar bei uns erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Wer so etwas schafft, verdient es, dass sein Sohn viele Menschenherzen beherrscht. Was machen die Sterne? Jetzt, wo es hell ist, sehen wir sie doch nicht. Zwischenzeitlich habe ich den Stern gar nicht mehr gesehen. Heute Abend wird er hier leuchten. Das sage ich euch.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Lasst uns gehen. Sonst verpassen wir noch etwas.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Nein, ich muss das Bild einpr\u00e4gen und mich erst mal dran freuen. Haltet einfach mal die Klappe. Ich will es genie\u00dfen. (Stille)<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat (von hinten ganz laut): Stehenbleiben. R\u00fchrt euch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ist das ein \u00dcberfall?<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Nein. Es ist nur eine Sicherheitsfrage. Was wollt Ihr hier?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser: Wir haben am Himmel gesehen, dass ein Sohn eines gro\u00dfen K\u00f6nigs geboren wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Das macht hier immer wieder die Runde. Ich glaube es nicht. Sie entfernen sich keinen Schritt von mir, sonst werde ich Sie t\u00f6ten. Los kommen Sie mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Na das ist ja mal ein Empfang in der guten neuen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Lasst doch. Vielleicht muss das Kind gesch\u00fctzt werden. Wer wei\u00df, wer dem K\u00f6nigssohn an den Kragen gehen will. Ich finde es zeigt, dass wir hier allemal richtig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Hast Du die kleinen Tore gesehen? Da m\u00fcssen wir uns b\u00fccken, wenn wir hineinkommen wollen. Und unsere Kamele m\u00fcssen wir dummerweise drau\u00dfen parken und laufen. Eine gro\u00dfe Garage gibt es hier wohl nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: So kam es auch. Die Sicherungs\u00fcberpr\u00fcfung ergab, dass unsere Weisen keine Waffen, sondern nur Geschenke dabeihatten. Trotzdem hie\u00df es erst mal Warten. Es wurde langsam dunkel. Das war vielleicht auch gut so. Da wurden sie nicht mehr so merkw\u00fcrdig von den Leuten angeguckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Es ist soweit. Majest\u00e4t haben sich entschlossen, euch sogar heute noch zu empfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Heute noch. Das ist ja gro\u00dfartig. Ich hatte schon mit einer Woche Wartezeit gerechnet. Sagen Sie, warum sehen uns die Leute hier so merkw\u00fcrdig an? Wir bringen doch gute Nachrichten und sind voller friedlicher Absicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Schweigt, wenn wir zum K\u00f6nig gehen und redet mit niemandem!<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Siehst du hier den Stern?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Hier in den engen Gassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Er m\u00fcsste doch hier stehen. Wo sonst?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ich wei\u00df doch auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Schweigt. Ihr redet hier mit niemandem. Man glaubt euch sowieso nicht, was ihr erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat (zu Herodes): Also hier sind die drei aus dem Morgenland. Sie haben keine Waffen dabei und ich habe ihnen sicheres Geleit gegeben. Ich hoffe, sie haben nicht so viel Aufregung in der Bev\u00f6lkerung ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: \u00dcberlasst mir das!<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat (verneigt sich und geht): Majest\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes (zu den hereinkommenden Weisen): Herzlich willkommen. Ihr m\u00fcsst nicht niederfallen vor mir. Wo kommt ihr her?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Wahrscheinlich wisst ihr es schon. Ihr habt ja euren Nachrichtendienst \u00fcberall. Wir sind \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Naja, Ich muss schon wissen, was passiert. Sicherheit wird gro\u00dfgeschrieben. Und mit dem Volk hier ist es nicht einfach. Man muss sie kurzhalten, wenn man Gro\u00dfes leistet. Sie sind so neidisch und in meinen Augen auch kleinkariert. Eigentlich m\u00fcssten sie mir zu F\u00fc\u00dfen liegen. Aber sie wissen es nicht zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Wir wissen es zu w\u00fcrdigen. Sonst h\u00e4tten wir eine solche Reise \u00fcber 1000 km niemals auf uns genommen. Aber wir wollten unsere Geschenke \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Die kleinen Geschenke, die ihr da in Eurer Hand haltet?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Es sind f\u00fcr uns keine kleinen Geschenke. Sie bedeuten uns ganz viel und sind f\u00fcr Euren gerade geborenen Sohn bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes (schreit): Schon wieder so ein Unsinn. Meine S\u00f6hne sind schon gro\u00df und sie werden alles erben. St\u00e4ndig kommen solche verr\u00fcckten Nachrichten, dass der Messias geboren sein k\u00f6nnte und mich abl\u00f6st oder meine S\u00f6hne ausbootet. Wartet einen Moment. (geht zum Schriftgelehrten) Schriftgelehrter! Wo soll der Messias geboren werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftgelehrter: Ihr wisst es doch. Was fragt ihr mich? Es ist im Stammort des K\u00f6nigs David.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Also dieses Nest Bethlehem, das sich immer wichtigtut?<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftgelehrter: So steht es nun mal beim Propheten Sacharja: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den St\u00e4dten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Hm, \u2026ein kleines verwinkeltes Nest, in das ich meine Soldaten nicht gleich hinschicken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftgelehrter: Wenn Gott es will, dann k\u00f6nnt Ihr es tun \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Gottes Wille? Was interessiert es mich. Ich habe bisher immer alles hinbekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>(inzwischen) Weiser 1: &nbsp;Er braucht aber lange.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Das h\u00e4tte ich nun nicht gedacht, dass es hier nicht ist. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat r\u00e4uspert sich<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Entschuldigt, dass ich euch habe warten lassen. Also, Eure Geschenke nehmt ihr mit. Wisst Ihr, ich bin ein alter Mann und w\u00fcrde mich freuen, wenn der Messias kommt und die Welt den Frieden findet. Ich habe auch immer alles f\u00fcr den Frieden getan. Ohne mich g\u00e4be es keinen Frieden mit den R\u00f6mern\u2026 Langer Rede kurzer Sinn. Ihr geht dorthin und sagt mir, wo das Kind geboren ist. Ich bringe dann noch einmal richtig gro\u00dfe Geschenke hin und werde meine Knie vor ihm beugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3. Das wollt Ihr tun? Ich merke, dass Ihr anders seid als alle Herrscher in dieser Welt. Sie f\u00fcrchten um ihre Macht. Ihr wohl nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: So jetzt ist genug geredet. Ihr kommt wieder und bringt mir die Nachricht\u2026 Wache!<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Bethlehem.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes: Dort hinten auf dem Berg kann man es sehen. Geht jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldat: Kommt!<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Meine Tr\u00e4ume sind geplatzt. Wahrscheinlich kein Palast. Keine dauerhafte Anstellung als Hofastrologe.&nbsp; Ich will nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Komm, hab dich nicht so! Da, der Stern. So klar hat er noch nie geschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Wirklich dort! Mit uns kann man es machen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Beruhigt euch. Gott wei\u00df, was kommt. Ich hatte den Eindruck, dass Herodes gro\u00dfe Angst hat vor dem, was auf ihn zukommt. Ich wette darauf: Er wird seine Knie niemals beugen vor diesem Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Wir gehen morgen weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ich kenne dich nicht wieder. Wir gehen jetzt. Die Nacht gibt uns Schutz, dass uns die Spitzel von Herodes nicht verfolgen k\u00f6nnen. Und wir haben einen Vorsprung. Sieh den Stern.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprecher: Und so verlie\u00dfen die Weisen den K\u00f6nig Herodes als es dunkel geworden war. &nbsp;aber es dauerte schon noch einige Stunden bis Bethlehem. Inzwischen wurde es in Bethlehem ruhiger. Keiner bekam mit, was sich wirklich bei ihnen ereignet hatte. In der N\u00e4he von Bethlehem hielten die Hirten Wache bei ihren Schafen. Sie h\u00e4tten gerne geschlafen, aber mussten in Bereitschaft sein. Auch wenn die Leute in Bethlehem sie verachteten, sie hatten trotzdem etwas vom Stolz bewahrt das zu tun, was tausend Jahre vorher David getan hatte. Und sie blieben wachsam, auch wenn ihnen die Augen zuzufallen drohten. Und diese Wachsamkeit war angebracht, denn nicht nur wilde Tiere konnten ihnen die Schafe stehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Immer m\u00fcssen wir aufpassen. Wie w\u00e4re es, wenn man die Schafe alle einsperrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Auch dann m\u00fcsste jemand aufpassen. In unseren unsicheren Zeiten. Wei\u00dft du wie das fr\u00fcher war. Da war ich alleine hier auf einer der Weiden und hab mich nicht gef\u00fcrchtet. Ich habe mich sogar schlafen gelegt und es dem Hund \u00fcberlassen die wilden Tiere fernzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Vor den wilden Tieren, da habe ich keine Angst. Aber die Leute, die hierherkommen\u2026 Fr\u00fcher kannte ich alle Leute in Bethlehem. Das ist lange vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Herodes hat es gut. Er hat keine Angst, wenn er sich in seinem Palast aufh\u00e4lt oder in seiner Burg bei Jerusalem.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Sei mal ruhig. H\u00f6rst du das nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Was denn?<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Schritte.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Los nimm deinen Stab!<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Hey\u2026 Zeig dich! Wo bist Du?<\/p>\n\n\n\n<p>(Hirte 3 und Junge erscheint)<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Jonathan und Ruben. \u2026 Habt ihr mich erschreckt.&nbsp; Ich mache heute Nacht kein Auge mehr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Los Ruben, setz dich hin. Du warst sch\u00f6n ruhig. Das war ein guter Scherz.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass er so einen Schreck bekommt. Dabei bringen wir nur etwas zum Essen. Er hat wieder Mal die ganze Zeit geredet und kein Ende gefunden. Deswegen ist es schon dunkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: So jetzt habe ich mich wieder etwas erholt. Was waren das noch f\u00fcr Zeiten, in denen wir keine Angst hatten. Vor nichts. Je \u00e4lter man wird, umso mehr f\u00fcrchtet man sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Es gibt keine Sicherheit. Das musst du doch wissen. Es sei denn, du machst es wie Herodes und bringst alle um, die dir zur Gefahr werden k\u00f6nnen. Aber dazu reicht keine Armee der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Vielleicht bilden wir uns das auch alles ein. Seitdem so viele Fremde hier sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: In der Stadt habe ich es mitbekommen. Da verdienen sich auch manche ein gutes Geld, seitdem der Kaiser die Volksz\u00e4hlung befohlen hat. Zu vermieten bringt mehr ein als Schafe zu h\u00fcten. Alles ist zum Gesch\u00e4ft geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Ich kann aber noch bei euch bleiben, auch wenn ich kein Geld bezahle.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Du. Wo willst du etwas hernehmen, arm wie eine Kirchenmaus. Nein. Hirten sind anders. Sie h\u00fcten die Schafe. Wenn wir die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten w\u00fcrden wir auch die Menschen beh\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Es gibt auch Hirten, die ihr Sch\u00e4fchen ins Trockene bringen. Du bist bei keinem mehr sicher. Es gibt nur noch schlechte Nachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: seid mal ruhig!<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Was denn?<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Ich wei\u00df es nicht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Engel: Habt keine Angst! Seht doch, ich bringe euch eine gute Nachricht. Im Ganzen Volk wird gro\u00dfe Freude herrschen. Denn heute ist in der Stadt Davids f\u00fcr Euch der Retter geboren Es ist Christus, der Herr. Und das ist das Zeichen, an dem ihr alles erkennt. Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden. Es ist in Windeln gewickelt und liegt in einer Futterkrippe.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Engel: Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: Engel haben Himmelslieder<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: ich glaube ich habe getr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Ich aber auch. Ich kann es noch nicht glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Gottes Gesandter als Kind in einer Krippe und nicht in einem Palast.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang. Wer h\u00e4tte das gedacht. Heute lassen wir die Schafe stehen. Gott mag sie beh\u00fcten. Wir gehen los\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>(gehen nach Bethlehem)<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Rennt nicht so. Ich will auch gleich dabei sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Los wir warten! Aber nur einen Moment!<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: So habe ich mir das nicht vorgestellt. Jetzt kommt schon mitten in der Nach Asoziales Pack und weckt unsere Kinder auf. Wenn ich nicht aufpassen w\u00fcrde. Was ist denn los? Denkt Ihr ihr k\u00f6nnt hier treiben, was ihr wollt und die Nacht zum Tage machen? Es reicht. Ich hole meinen Mann. Ruhe jetzt!<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Wir haben etwas erlebt, was uns umgehauen hat. Wir suchen ein Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Das kann ich mir vorstellen, so wie ihr drauf seid.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Haltet mal ganz kurz die Luft an!\u2026 Ich habe es geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Was?<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Das gerade geborene Kind. Es schreit, aber noch ganz leise. Dort im Stall!<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 1: Ich war noch nie verlegen, aber da traue ich mich jetzt nicht rein.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 2: Ich auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: (zum Hirtenjungen) Geh du voran.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Wie sch\u00f6n. Jemand der an uns denkt. Gott hat uns nicht verlassen. Ich wusste uns schon von Anfang an, auch als es ganz anders aussah. Erz\u00e4hlt, was Euch zu uns f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Jetzt schl\u00e4gt es aber dem Fass den Boden aus. Jetzt kommen schon wieder solche Krawallbr\u00fcder. Achtet denn keiner unsere Nachtruhe. Da werden mir glatt die Kinder wach.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Warte mal. Soweit ich es sehen kann, steigen die von Kamelen runter.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Bist du betrunken?<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: Nein. Sieh doch mal dort hinten. Jetzt laufen sie. Jetzt rennen sie bald.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Hey\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Sehr geehrte Dame. Wir suchen ein Kind, das gerade geboren wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 2: So hat mich noch keiner angeredet. Sonst bin ich nur das Weib, das springen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau 1: Aber meine Herren, vielleicht ist es ein Irrtum. Aber seht mal dort im Stall.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Siehst Du dort das kleine Licht?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 3: Ich glaube es nicht. (zum Hirten:) Ist es ein Junge?<\/p>\n\n\n\n<p>Hirtenjunge: Es ist der, den Gott uns gesandt hat. Wir wissen es genau.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 2: Wir auch. Hier kommen unsere Geschenke gut an. Der Weihrauch bringt den k\u00f6niglichen Geruch in die H\u00fctte, die Myrrhe wird seine Wunden heilen, und das Gold\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ja nicht so viel.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Ja das Gold, das wird er brauchen, denn er wird schon bald wieder fliehen m\u00fcssen. Ein Herrscher wie Herodes hat Angst und wird ihn umbringen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirte 3: Herodes hat Angst?<\/p>\n\n\n\n<p>Weiser 1: Na klar. Nur wer auf Gottes Wegen bleibt, kommt ans Ziel und merkt, dass nicht das Ende kommt, sondern ein gro\u00dfartiger Anfang. Und so hat Gott es gef\u00fcgt, dass wir wirklich Frieden finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Seligenthal 2015 Erz\u00e4hler: In einer Zeit, in der der Glaube und der Name Gottes tausendfach missbraucht wird, indem man ihn f\u00fcr Krieg, Terror und Zerst\u00f6rung benutzt, kommen uns die alten heiligen Geschichten der Bibel wieder <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/?page_id=514\" title=\"Dietmar Hauser 14\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-514","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=514"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":516,"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/514\/revisions\/516"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}