{"id":140,"date":"2020-03-08T16:09:30","date_gmt":"2020-03-08T15:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/?page_id=140"},"modified":"2020-03-08T18:49:11","modified_gmt":"2020-03-08T17:49:11","slug":"silvia-schaefer-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/krippenspiele.d-hauser.com\/?page_id=140","title":{"rendered":"Silvia Schaefer 1"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Wirt von Bethlehem ver\u00e4ndert sich<\/h2>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Lied: Zu Bethlehem geboren (LJ 37)<\/h5>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. SZENE: Kein Platz f\u00fcr Fremde<\/h4>\n\n\n\n<p>(Maria und Josef treten auf.)<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Josef, ist der Weg noch weit? Meine F\u00fc\u00dfe sind m\u00fcde. Mein R\u00fccken tut weh. Ich will nur noch liegen. Und st\u00e4ndig habe ich Angst, zu stolpern.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Komm, Maria, st\u00fctz dich auf meine Schultern. Ich versuche ja, den besten Weg f\u00fcr dich zu finden zwischen den Steinen hier. Es ist nicht mehr weit bis Bethlehem. Dort vorn sehe ich schon die ersten Lichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Sind das nicht nur Hirtenfeuer drau\u00dfen auf den Feldern?<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Nein, nein Maria, dort kannst du es jetzt genau sehen: Es sind erleuchtete Fenster. Sicher sitzen dort Menschen zusammen beim Abendessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ach w\u00e4re das sch\u00f6n, Josef, ein Zimmer zu bekommen, ein warmes Essen und eine Decke zum Schlafen. Das w\u00e4re himmlisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Wir werden sicher etwas finden. Bethlehem ist eine gastfreundliche Stadt. Das hat mein Vater schon immer gesagt: Bethlehem ist zwar klein, aber besonders freundlich zu den Menschen. \u2013 Sieh nur, Maria, schon sind wir bei den ersten H\u00e4usern angelangt. Da ist eine Herberge.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ein sch\u00f6nes Schild. \u201eGasthaus zum freundlichen Tor\u201c. Das klingt wirklich nach dem, was dein Vater gesagt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Ich klopfe schon an.&nbsp;&nbsp; (Wirt kommt heraus.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Nanu. Wer klopft so sp\u00e4t? Guten Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Guten Abend, guter Mann. Verzeihen Sie, dass wir so sp\u00e4t anklopfen. Aber wir sind von Nazareth hier her gekommen, zu Fu\u00df. Nun bitten wir freundlich um ein Nachtlager in dieser sch\u00f6nen Herberge.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Na, da wird wohl nichts draus. Mein Haus ist voll. Die Volksz\u00e4hlung bringt das so mit sich. Meine ganze Gro\u00dffamilie \u2013 und die meiner Frau \u2013 ist hier herein gekommen. Da ist f\u00fcr Fremde kein Platz mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Aber&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Kein aber! Hier ist nichts zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: (Von hinten.) Was ist denn da los, Levi? Mach die T\u00fcr zu, es zieht!<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Hier sind Leute, die suchen eine Unterkunft. Aber ich hab\u2019 schon gesagt, dass wir f\u00fcr Fremde keinen Platz haben.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Verw.: Nicht noch mehr Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Verw.: Das kann man uns nicht zumuten.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Verw.: Es ist jetzt schon so eng hier.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Verw.: Das Haus platzt aus allen N\u00e4hten.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Verw.: Und au\u00dferdem ist das ein Familientreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Verw.: Ja genau, da ist kein Platz mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: (In der T\u00fcr) Ja, ja, das ist wohl wahr. Unsere Familie ist gro\u00df und alle sind gekommen wegen der Volksz\u00e4hlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ach bitte, gute Frau. Gibt es nicht ein winziges Eckchen? Sie sehen doch, ich bin schwanger. Ich habe das Gef\u00fchl, das Kind wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ich bin so m\u00fcde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Na ja. In diesem Zustand brauchst du wirklich Hilfe. Warte, lass mich \u00fcberlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Da ist nichts zu \u00fcberlegen, Frau. Das Haus ist voll. Basta. Sucht lieber schnell woanders nach einem Dach \u00fcber dem Kopf, sonst kommt euer Kind noch auf der Stra\u00dfe zur Welt. Und \u00fcberhaupt \u2013 das ist ja eine Zumutung, in diesem Zustand auch noch anderen zur Last zu fallen. (knallt laut die T\u00fcr zu.)<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Oh nein. Warum ist dieser Mann so garstig? \u201eZum freundlichen Tor\u201c \u2013 dass ich nicht lache. Das Haus ist voll, ja, ja. Wenn wir zu seiner gro\u00dfen Verwandtschaft geh\u00f6ren w\u00fcrden, dann h\u00e4tte er sicher noch ein Eckchen gefunden. Aber wir sind ja nur Fremde, Dahergelaufene. Ach Josef, ich habe Angst. Werden wir einen Platz finden?<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Ich hoffe es, Maria. Ich vertraue darauf, dass nicht ganz Bethlehem die Fremden ablehnt. Etwas muss doch von seiner Freundlichkeit noch da sein.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Hallo ihr da. Seid ihr die beiden, die unser Vater gerade weggeschickt hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Wenn der Wirt dieser Herberge euer Vater ist, dann ja.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Er ist unser Vater. Er wei\u00df nicht, dass wir hier sind. Unsere Mutter hat uns zu euch hinausgeschickt. Es tut ihr sehr leid, soll ich sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Vater l\u00e4sst nicht mit sich reden. Aber wenn ihr wollt, dann sollen wir euch zu unserem Stall f\u00fchren. Er liegt etwas au\u00dferhalb, ist trocken und ruhig. Aber sonst nat\u00fcrlich nichts besonderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Danke. Wie hei\u00dft ihr?<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Ich hei\u00dfe Hannah Und das ist mein Bruder David.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Danke Hannah, danke David. Eure Mutter ist sehr freundlich. Dann stimmt das Schild von eurem Gasthaus doch ein bisschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, f\u00fchrt uns zu dem Stall. Das ist immer noch besser als die Stra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (sie gehen gemeinsam zum Stall)<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: So hier ist es. Und hier ist noch ein St\u00fcck Brot und eine Kanne Milch.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Und nun gute Nacht. Wir m\u00fcssen schnell zur\u00fcck, ehe Vater etwas merkt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Maria und Josef legen das Kind in die Krippe.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. SZENE: Den Hirten singen die Engel<\/h4>\n\n\n\n<p>(6 Hirten, Engel, Engelchor)<\/p>\n\n\n\n<p>1.Hirte: Was ist das? Ich h\u00f6re etwas, was noch nie hier zu h\u00f6ren war!<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hirte: Klingt wie Singen, oder Summen&#8230; Woher kommt das blo\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p>3. Hirte: Es ist rundum. Oder von oben? Seid mal ganz leise.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Stille \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Engel: Hirten, h\u00f6rt mir zu. F\u00fcrchtete euch nicht. Denn ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude. Sie gilt allen Menschen, der ganzen Welt. Denn euch ist heute der Heiland geboren. Christus, der Herr. Und ihr sollt ihn finden. Das Kind ist in Windeln gewickelt und liegt in einer Krippe in einem Stall. Singt mit uns zu Gottes Ehre. Denn Gott gibt seine ganze Liebe euch.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Lied: Gloria in excelsis Deo.<\/h5>\n\n\n\n<p>1. Hirte: Mein Gott, das war das Gr\u00f6\u00dfte, was ich je erlebt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hirte: Gott gibt uns seine ganze Liebe?<\/p>\n\n\n\n<p>3. Hirte: Ein Kind, in Windeln, in einer Futterkrippe in einem Stall?<\/p>\n\n\n\n<p>4. Hirte: Ich verstehe das alles nicht. Aber sehen, sehen will ich das Kind, zu dessen Geburt der Himmel zu singen beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Hirte: Der Engel hat gesagt, dass wir es finden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Hirte: Also, machen wir uns auf den Weg, suchen wir den Stall. Mit St\u00e4llen kennen wir uns ja aus. Irgendwann werden wir den richtigen finden.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (Die Hirten machen sich auf, um das neugeborene Kind zu suchen. Beim Zug durch Bethlehem sieht sie der Wirt.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: (Schaut aus dem Fenster.) Nanu, was ist das denn? Sp\u00e4t in der Nacht gehen Hirten hier durchs Dorf? Die k\u00f6nnen doch nichts Gutes im Schilde f\u00fchren. Wie kommen die dazu, die Schafe allein zu lassen? Na wartet! Morgen komme ich nachz\u00e4hlen \u2013 und wenn eins meiner Schafe fehlt, gibt\u2019s \u00c4rger, so ein Lumpenpack.<\/p>\n\n\n\n<p>(Wirt zieht sich zur\u00fcck. Die Hirten kommen in die N\u00e4he des Stalls.)<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hirte: Dort in dem Stall ist Licht. Dort wird es sein.<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Hirten gehen hinein und finden das Kind und die Eltern.)<\/p>\n\n\n\n<p>3. Hirte: Der Heiland der Welt. Christus der Herr. Wir haben ihn gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Hirte: Dich haben die Engel mit Gesang angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Hirte: Und uns haben sie gesagt, wir sollen dich finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Es ist gut, dass ihr gekommen seid.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef: Ja. Wir waren so allein hier. Weit weg von allen Menschen, die sich ordentlich und rechtschaffen nennen. Sie hatten alle keinen Platz f\u00fcr uns \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hirte: Aber wir k\u00f6nnen euch gar nichts bieten. Nicht mal mit einer Decke k\u00f6nnen wir euch helfen. Wir haben ja selbst nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria: Ihr habt ganz viel gegeben. Ihr seid gekommen. Ihr habt uns besucht. Das macht diesen Stall w\u00e4rmer, als es eine Decke k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Hirte: Ach Maria. Ihr habt uns viel mehr geschenkt. Wir haben den Heiland der Welt gefunden. Aber jetzt m\u00fcssen wir zur\u00fcck zu unseren Schafen. Hoffentlich hat niemand bemerkt, dass wir sie alleingelassen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Hirte: Ach und wenn \u2013 ich habe kein schlechtes Gewissen. Immerhin hat uns der Himmel gesungen. Dagegen kommt kein Menschenschimpfen an!<\/p>\n\n\n\n<p>5. Hirte: Na dann, auf geht\u2019s. Gott segne Euch, Maria, Josef und Jesus.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Hirte: Ja, Gott beh\u00fcte euch auf allen Wegen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hirte: Und passt gut auf das Baby auf. Von ihm haben die Engel gesungen!<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Hirten gehen ab.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. SZENE: Auf der Suche nach dem H\u00f6chsten<\/h4>\n\n\n\n<p>(Drei Weise kommen heran. Der Wir schaut aus dem Fenster.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Was f\u00fcr eine Reisegesellschaft kommt dort an? \u2013 Wie ihre Gew\u00e4nder glitzern. Das sind aber kostbare Kleider! Aah, das w\u00e4ren mal feine G\u00e4ste f\u00fcr meine Herberge. Frau!<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Was ist denn los?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Kuck dir die mal an, die dort die Stra\u00dfe herunterkommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Feine Leute, na, die brauchen sicher nicht mit jedem Pfennig zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Eben, eben. Los, wirf die Sippe deiner Kusine aus dem Erkerzimmer. Die sollen bei den anderen unterkriechen. Das Zimmer werde ich diesen Herren da anbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Aber \u2013 das geht doch nicht. Du wei\u00dft, dass alle Zimmer voll sind. Deine und meine Familie \u2013 das sind nun mal so viele Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ach was. An der Familie verdiene ich keinen Pfennig. Da kann ich froh sein, wenn sie das Essen bezahlen, das sie kriegen. Aber die feinen Herren da, die k\u00f6nnen meinen Geldbeutel f\u00fcllen. Du hast selbst gesagt, dass sie mit dem Pfennig nicht rechnen m\u00fcssen. Denen werde ich servieren \u2013 ein gutes Zimmer, ein ausgezeichnetes Essen \u2013 und eine dicke Rechnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Oh du \u2013 f\u00fcr Geld l\u00e4sst du sogar deine Familie im Regen stehen. Meinst du, dass das ein guter Plan ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Und ob der gut ist! Der Plan ist zu meinem Vorteil. Und damit \u00fcbrigens auch zu deinem!<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Auf so einen Vorteil verzichte ich!<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Halt den Mund und mach dich an die Arbeit. Das Zimmer muss tip top sein. Ich geh den Herren inzwischen entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Wirtin geht wortlos weg. Der Wirt l\u00e4uft auf die Stra\u00dfe und begr\u00fc\u00dft die Ankommenden.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Gott zum Gru\u00dfe, werte Herren.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Danke f\u00fcr die Begr\u00fc\u00dfung, guter Mann. Dies ist, so scheint, ein freundlicher Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: In der Tat, gn\u00e4diger Herr. Freundlich allen, die hier hereinkommen. Offen stehen meine T\u00fcren f\u00fcr Sie. Schauen Sie nur \u2013 mein Gasthof zum freundlichen Tor. Sie sind mir willkommen als G\u00e4ste in meinem Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Weiser: Nun, nun, Ihre Freundlichkeit ist angenehm. Aber wer wei\u00df, ob wir bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Sie w\u00fcrden etwas verpassen, wenn Sie an Bethlehem nur vor\u00fcbergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Weiser: Bethlehem ist unser Ziel. So sagt es die Schrift. Doch wo in Bethlehem, das ist nun noch ungewiss.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: (werbend) Das kann aber rasch Gewissheit werden. Denn hier, das darf ich ohne \u00dcbertreibung sagen, ist die edelste Herberge im weiten Umkreis. Und so, wie die Herren aussehen, werden sie nicht mit etwas Geringerem zufrieden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Das ist wohl wahr. Zum H\u00f6chsten sind wir unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Sag ich\u2019s doch! H\u00f6chster Genuss beim Essen. Beste Ausstattung des Zimmers \u2013 eine Nacht in meinem Hause, das ist wirklich das H\u00f6chste, was weit und breit den Fremden anzubieten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Nicht immer ist das Reiche, blendend Sch\u00f6ne auch das Wichtige. Das haben wir auf unserer Reise bereits einmal erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Weiser: Wir waren Gast beim K\u00f6nig Herodes.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Weiser: Wir dachten, dort, im Palast in Jerusalem, m\u00fcsse unser Ziel sein. Doch das war falsch. Zum Gl\u00fcck sind uns die Augen noch rechtzeitig ge\u00f6ffnet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Und jetzt sind wir in Bethlehem. Und damit fast am Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Weiser: Nicht noch einmal werden wir uns auf einen falschen Weg verleiten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Niemand will Sie verleiten. Willkommen hei\u00dfen will ich Sie und Ihren Weg erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Weiser: Vielleicht meinen Sie es gut. Vielleicht auch nicht. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist allein, dass wir den H\u00f6chsten finden.<\/p>\n\n\n\n<p>(Schaut nach oben und ruft:)<\/p>\n\n\n\n<p>Schaut da, Freunde. Der Stern ist wieder da. Er steht fest und sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Ein Wegweiser und ein Fingerzeig vom Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Weiser: So lasst uns gehen \u2013 dorthin, wo der Stern steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: (entt\u00e4uscht) Aber, meine Herren! Nichts ist in dieser Richtung. Keine Herberge, \u00fcberhaupt kein bewohnbares Haus. Von wegen \u201eDas H\u00f6chste\u201c finden. Da steht ein alter Stall und im \u00fcbrigen nur karges Gras. Nicht mal das ist hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Weiser: Sie haben nicht gut zugeh\u00f6rt. \u201eDen\u201c H\u00f6chsten finden, haben wir gesagt. Und Er, das haben wir begriffen, hat unbegreifliche Wege, sich zu offenbaren. Kommt, wir gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Drei Weise ziehen ab.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Nichts verstehe ich. Was soll das? Mein sch\u00f6nes Gesch\u00e4ft! Und meine Frau wird ganz sch\u00f6n schadenfroh sein.<\/p>\n\n\n\n<p>(Wirt geht entt\u00e4uscht ab. Die Weisen kommen in den Stall. Sie ehren das Kind und ziehen dann weiter. Maria und Josef brechen auf und verlassen mit Geb\u00e4rden der Angst und Flucht den Raum.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. SZENE: Ein Kind in unserem Stall<\/h4>\n\n\n\n<p>(Wirt tritt auf.)<\/p>\n\n\n\n<p>1. Verw.: Sch\u00f6ne Verwandtschaft!<\/p>\n\n\n\n<p>2. Verw.: Der behandelt uns wie den letzten Dreck.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Verw.: Der will uns eigentlich gar nicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Verw.: Ich reise ab.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Verw.: Na warte, wenn der sich n\u00e4chstes Jahr bei uns in Jerusalem einladen will.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Verw.: Dann bekommt er h\u00f6chstens die Besenkammer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ich halte es nicht mehr aus. Seit f\u00fcnf Tagen schon redet meine Frau kein Wort mit mir. Seit diese r\u00e4tselhaften Herren hier vorbeigingen. Und die Verwandten sind sauer und w\u00fcrdigen mich kaum noch eines Blickes. \u2013 Na ja, war nicht gerade die feine Tour, das Zimmer von ihnen zu verlangen. Aber Gesch\u00e4ft ist nun mal Gesch\u00e4ft. Das m\u00fcssen sie doch verstehen. Aber, warum ist meine Frau verstummt?<\/p>\n\n\n\n<p>(Kinder kommen hinzu)<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Vater?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ach ihr? Was wollt ihr?<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Vater, du bist ganz durcheinander nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ach, was verstehst du denn schon!<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Ich verstehe, dass Mutter nicht mehr mit dir redet, seitdem die Fremden hier vorbeikamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ja, ja. Das hab ich auch gemerkt. Und ich begreife es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Ich schon! Erst hast du die armen Leute weggeschickt. Und dann hast du die hohen Herren um jeden Preis hier halten wollen. Und was mit denen wirklich war, hast du \u00fcberhaupt nicht mitgekriegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Aber du, wie?<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Ja. Ich wei\u00df, wo die hohen Herren hingegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Du kennst ihr Ziel?<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Ja, unser alter Stall \u2013 da sind sie angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Der Stall, dass ich nicht lache. Mit so kostbaren Kleidern geht man nicht in einen Stall.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Die schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ach ja? Und dann war das H\u00f6chste, was sie dort fanden, wohl das stechende Stroh, ja? H\u00f6rt auf mit euren Kindergeschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Nicht das Stroh, Vater. Aber das Baby, das dort im Stroh lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Was lag da im Stroh?<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Ein kleines Kind. Gerade geboren in unserem Stall.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ein Kind? In unserem Stall?<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Wir haben die Eltern dorthin gef\u00fchrt. Du hattest ja keinen Platz f\u00fcr die Armen in deinem Haus. Du wolltest ja nur Reiche bei dir haben. Jedenfalls haben wir die beiden Eltern in den Stall gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Da ist dann das Kind geboren. Jesus hei\u00dft es. Und ein paar T\u00fccher und ein St\u00fcck Brot haben wir hingebracht. Und deshalb wissen wir mehr von dem Kind. Und wir wissen, wen die reichen Fremden gefunden haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: (zaudernd) Den H\u00f6chsten. Ihr meint \u201eden H\u00f6chsten\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Ja, Vater. Das haben n\u00e4mlich die Hirten vom Himmel geh\u00f6rt: Dass der Heiland geboren ist, der Retter, der Christus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Die Hirten? Dieses unzuverl\u00e4ssige Gesindel, das nachts die Herde verl\u00e4sst?<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Die sind nicht unzuverl\u00e4ssig! Die sind zum Stall gegangen, weil die Engel ihnen das gesagt haben. Sie haben auf Gott geh\u00f6rt. Und deshalb haben sie das Kind gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Lasst mich allein. Ich muss nachdenken.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Und mit Mutter musst du reden. Sie wei\u00df das alles l\u00e4ngst.<\/p>\n\n\n\n<p>(Kinder gehen weg.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: (geht in sich) Die Fremden, die ich nicht aufnehmen wollte, dieses armselige Ehepaar&#8230; Den Heiland der Welt habe ich in ihnen abgewiesen? Mein Gott. Wenn das wahr ist, wie kann ich vor dir bestehen? Und die reichen Fremden, die ich unbedingt im Haus haben wollte, die waren auf dem richtigen Weg, und ich habe nichts begriffen? Ich habe nur den Reichtum gesehen und meinen Vorteil, und alles andere \u00fcberh\u00f6rt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: (kommt zu ihm heraus.) Die Kinder haben dir alles gesagt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ja. Ich wei\u00df nicht, wie ich es sagen soll. Ich habe so viel falsch gemacht. Das kann ich gar nicht wieder gutmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Es stimmt, du hast viel falsch gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ich erkenne meinen Fehler. R\u00fcckg\u00e4ngig machen kann ich es nicht. Aber meinst du, dass ich die Menschen im Stall aufsuchen kann? Kann ich irgendwie zeigen, dass ich meinen Fehler erkenne? Kann ich das tun? Habe ich eine Chance, vor den Menschen und vor Gott?<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Tu es. Geh hin. Die Stallt\u00fcr war niemandem verschlossen. Sie wird auch f\u00fcr dich offen sein.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Lied:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hier ist das Ziel, &#8230;.<\/h5>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5. SZENE: Der Wirt \u00e4ndert sich<\/h4>\n\n\n\n<p>(Der Wirt kommt in den Stall. Ein Hirte r\u00e4umt dort auf.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Du bist hier \u2013 allein?<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Ja. Ich mache den Stall winterfest. Die anderen sind bei den Schafen drau\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Ich meine nicht die anderen Hirten. Ich meine die Familie, die hier war.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Du kommst zu sp\u00e4t. Sie sind fort. Du kannst sie nicht noch einmal wegjagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Aber, ich will sie nicht wegjagen. Ich habe meinen Fehler erkannt. Ich war hergekommen, um&#8230; um&#8230; Verzeihung zu bitten. Und nun, sind sie fort. Wohin, wei\u00dft du wohin?<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Wohin, das wei\u00df Gott allein. Geflohen sind sie, mit dem neugeborenen Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Geflohen? Der Heiland auf der Flucht?<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Vor zwei Tagen schon. Etwas anderes blieb ihnen ja wohl nicht \u00fcbrig. Nach den Berichten, die ich heute geh\u00f6rt habe, kann ich nur hoffen, dass sie recht, recht weit gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Warum? Was ist geschehen?<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: K\u00f6nig Herodes hat die Wut bekommen. Gerast hat er, weil drei weise M\u00e4nner ihm nicht mitgeteilt haben, wo der Heiland geboren ist. \u2013 Die waren wirklich Weise! Das zeigt sich jetzt. T\u00f6ten will Herodes. Alle t\u00f6ten, die vielleicht das Gotteskind sein k\u00f6nnten. Alle t\u00f6ten, die in den letzten Wochen in Bethlehem geboren sind. Denn mehr wei\u00df er nicht von dem Kind. Nur den Ort: Bethlehem.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Das ist ja furchtbar. Das kann doch nicht sein. Sie sind fort, voller Angst \u2013 und mit der Erinnerung an einen schrecklichen Wirt. Gibt es denn nichts, was ich tun kann? Ich will doch nicht f\u00fcr immer der abweisende Wirt von Bethlehem bleiben!<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Bis du dieses Kind wiedersehen wirst, wird es lange dauern. Vielleicht ist Jesus bis dahin erwachsen. Gott allein wei\u00df es. Wenn er will, wird er euch zusammenf\u00fchren. Aber um dich herum sind viele Kinder und Eltern, die jetzt in gro\u00dfer Not sind. Sie m\u00fcssen fliehen \u2013 du hast Esel. Sie kennen sich nicht aus \u2013 du wei\u00dft Bescheid. Du hast Beziehungen \u00fcber die Grenzen hinaus. Sie haben nur jenseits der Grenze eine Chance zu \u00fcberleben. Meinst du nicht, dass du da helfen kannst? Ich wei\u00df, ich bin nur ein einfacher Hirte. Aber ich habe hier in diesem Stall den Heiland gesehen. Und seitdem sehe ich die anderen Kinder anders. Es ist, als ob sie ein St\u00fcck dieses einen Kindes in sich haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Du bist ein einfacher Hirte. Aber du hast mir mehr geholfen als gelehrte Menschen es h\u00e4tten tun k\u00f6nnen. Nun wei\u00df ich, was ich zu tun habe.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Hirte: Dir ist klar, dass du damit in Konflikte geraten wirst? Das, was du tun wirst, wird dem K\u00f6nig nicht gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Das ist mir klar. Aber da nehme ich mir die drei Weisen zum Vorbild. Die haben sich auch nicht vom K\u00f6nig benutzen lassen. Die sind in den Stall gegangen. Sie wussten, was Gottes Wille war. Und ich wei\u00df es jetzt auch f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Lied: Als Jesus auf die Erde kam (LJ 320)<\/h5>\n\n\n\n<p>Pfarrer: &#8230; Und nun beten wir zusammen mit dem Wirt, seiner Frau und seinen Kindern.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Kind: Guter Gott. Du bist als Kind zu den Menschen gekommen. Ganz nahe, und auf Hilfe angewiesen warst du. Wir bitten dich f\u00fcr alle Kinder dieser Welt:<\/p>\n\n\n\n<p>2. Kind: Hilf, dass wir zusammen leben k\u00f6nnen, ohne Krieg und Gewalt, ohne Hunger und Angst voreinander. Gott, lass uns gro\u00df werden und bewahre diese Welt vor Zerst\u00f6rung. Denn sie ist deine Sch\u00f6pfung, und wir Kinder haben sie lieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirt: Guter Gott. Wir leben in Wohlstand und Geborgenheit. Um Lebensnotwendiges m\u00fcssen wir uns nur selten ernsthafte Sorgen machen. Doch immer mehr erleben wir die Not, die Todesangst, die Sorge um das \u00dcberleben in unserer Nachbarschaft. Hilf uns, dass wir uns nicht verschlie\u00dfen vor Menschen, die Hilfe suchen. Nimm die Angst von uns, wir k\u00f6nnten zu kurz kommen. Hilf uns, barmherziger Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtin: Guter Gott. Oft kennen wir Deinen Willen sehr gut. Wir wissen, was wir sagen wollten, aber wir bleiben stumm. Wir wissen, was wir tun k\u00f6nnten, aber wir ziehen uns zur\u00fcck. Gott, schenke uns die Freude der Hirten und den Mut der Weisen, damit \u00fcberall Weihnachten wird. Eine helle Nacht voller Jubel und Leben. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der Wirt von Bethlehem ver\u00e4ndert sich Lied: Zu Bethlehem geboren (LJ 37) 1. SZENE: Kein Platz f\u00fcr Fremde (Maria und Josef treten auf.) Maria: Josef, ist der Weg noch weit? Meine F\u00fc\u00dfe sind m\u00fcde. 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